Über Nordzypern · Menschen
Zyperntürken: Menschen, Herkunft, Sprache und gelebte Kultur
Stand 31. Oktober 2026: „Zyperntürken“ ist die Bezeichnung für die türkischsprachige Gemeinschaft Zyperns, deren Geschichte Historiker meist auf die osmanische Herrschaft ab 1571 zurückführen und die nach einer Studie von 1991 Anfang der 1990er Jahre fast ausschließlich im Norden lebte. Herkunft, Identitäten und Familiengeschichten sind unterschiedlich; diese Seite gibt daher genannte Quellen wieder und zeigt, wo sie voneinander abweichen. Sie behandelt Definitionen, eine kurze Zeittafel, Debatten zur Abstammung, den zyperntürkischen Dialekt, Umgangsformen und Archive.
Geprüft am 31. Oktober 2026 anhand der im Text genannten und unten aufgeführten Quellen. Positionen von Parteien werden diesen zugeordnet.

Wer die Zyperntürken sind: Definitionen und Identität
Die Zyperntürken (Kıbrıs Türkleri) sind die türkischsprachige Gemeinschaft Zyperns. Artikel 2 der Verfassung der Republik Zypern von 1960 definierte in ihrem ursprünglichen Wortlaut die Türkische Gemeinschaft als Bürger türkischer Herkunft, deren Muttersprache Türkisch ist, oder die türkische kulturelle Traditionen teilen, oder die Muslime sind. Eine Länderstudie der Library of Congress von 1991 nennt fünf historische Gemeinschaften auf der Insel: Zyperngriechen, Zyperntürken, Maroniten, Armenier und Lateiner. Die beiden Seiten sind uneins darüber, ob die Verfassung von 1960 nach 1963 noch gilt; diese Seite verwendet sie daher nur, um zu zeigen, wie die Gemeinschaft einst rechtlich definiert wurde.
Mehrere unterschiedliche Dinge werden leicht verwechselt. Gemeinschaft oder Ethnizität betrifft Zugehörigkeit und Abstammung, wie Menschen und Recht sie gefasst haben. Staatsbürgerschaft ist eine rechtliche Bindung. Wohnsitz ist der Ort, an dem jemand lebt. Nationalität kann Staatsbürgerschaft oder das Gefühl der Zugehörigkeit zu einer Nation bedeuten, und die Quellen verwenden das Wort unterschiedlich. Sprache ist eine Fähigkeit und kein Kriterium für Zugehörigkeit, und Migration beschreibt Bewegung, nicht Identität. Die Karten unten halten diese Begriffe auseinander; keiner von ihnen allein entscheidet, wer Zyperntürke ist.
Auch die Bezeichnungen unterscheiden sich je nach Institution. Die Texte des UN-Sicherheitsrats von 1983 und 1984 sprechen von den „Turkish Cypriot authorities“ (zyperntürkische Behörden) und der „Turkish Cypriot leadership“ (zyperntürkische Führung), während die Europäische Kommission von der zyperntürkischen Gemeinschaft spricht. Individuelle Identitäten und Familiengeschichten sind unterschiedlich, und Forschende beschreiben konkurrierende Identitätserzählungen im Norden. Traditionen, Musik, Kunsthandwerk und Feste werden auf der Seite Zyperntürkische Kultur und Traditionen behandelt; der Abschnitt zur Sprache unten ergänzt die Dialekthinweise jener Seite, statt sie zu wiederholen.
1 / 5

Zeittafel im Überblick
Dies ist eine kurze Orientierung, keine Geschichtsdarstellung. Daten und Formulierungen stammen aus den genannten Quellen; die ausführlichere Darstellung steht im Ratgeber Zeittafel zur Geschichte Nordzyperns, 1571 bis heute. Die für mehrere frühe Daten zitierte Länderstudie der Library of Congress erschien 1991; für spätere Ereignisse werden daher Texte der UN, der EU und von Gerichten zitiert.
Wo die Seiten uneins sind, wird jede Position der Seite zugeordnet, die sie vertritt: der zyperntürkischen und türkischen Seite oder der Seite der Republik Zypern und der Zyperngriechen. Das Presse- und Informationsamt der TRNZ stellt 1963 als das Jahr dar, in dem die Zyperngriechen die Institutionen der Republik übernahmen, und ein im April 2025 bei der UN verbreitetes Schreiben der TRNZ gibt die zyperntürkische Sicht wieder, dass das Zypernproblem 1963 begann, nicht 1974. Die Republik Zypern datiert das Problem auf 1974. Die Verbreitung eines Schreibens als UN-Dokument bedeutet keine Billigung durch die UN.
1 / 14

Abstammung und Migration: was die Quellen sagen
Historiker, die mit osmanischen Aufzeichnungen arbeiten, beschreiben eine Ansiedlung aus Anatolien nach 1571. Halil İnalcık schreibt, die Osmanen hätten ab 1572 nach der sürgün-Methode Türken aus Anatolien auf die Insel gebracht und „a great mass of people“ (eine große Menschenmasse) als produktive Bevölkerung herangeführt. Die Zusammenfassung des Verlags zu Ronald Jennings' Studie über Gerichtsakten beschreibt die Zwangsmigration muslimischer Türken aus der nahen Provinz Karaman neben der Konversion einheimischer Christen zum Islam. Keine der beiden Zusammenfassungen nennt hier eine Zahl der Siedler, und diese Seite behauptet keine.
Dies ist nicht die einzige Argumentationslinie. In der Zusammenfassung eines Symposiumsbeitrags von 2019 stellt der Linguist G. Y. Peler die verbreitete Aussage in Frage, die heutigen Zyperntürken stammten von jenen ersten Siedlern ab, und argumentiert, manche Dialektmerkmale (Hatay, Gaziantep, Aserbaidschanisch, Kiptschakisch) ließen sich nicht allein durch eine zentralanatolische und mittelmeerküstennahe Herkunft erklären. Dies ist eine Minderheitsposition innerhalb der Forschung und nicht geklärt. Eine Masterarbeit der Eastern Mediterranean University von 2014 nennt als ihr Ziel, Ethnizität mit Dialekt in Beziehung zu setzen, was zeigt, wie Sprache in dieser Debatte als Beleg verwendet wird.
Spätere Bewegungen erscheinen in den Quellen eher als politisches und gesellschaftliches Thema denn als Zahl. Mete Hatays PRIO-Bericht von 2005 stellt bis 1990 ein ethnisches Wahlmuster unter Menschen aus der Türkiye fest und seither eine Verteilung auf die großen Parteien. Eine Arbeit der Lancaster University analysiert, wie Einwanderung und Staatsbürgerschaftsstatus Identitätserzählungen in Nordzypern geprägt haben. Die für diese Seite geprüften Quellen enthalten keine verlässlichen Zahlen zu Mischehen oder zu zyperntürkischen Gemeinschaften im Ausland; daher werden keine genannt.
Zwei begutachtete Arbeiten zum Y-Chromosom werden häufig zitiert. Gurkan und Kollegen (Annals of Human Biology, 2017) typisierten 380 als Zyperntürken beprobte Männer an 17 Y-STR-Markern und schlossen, die väterlichen Linien schienen autochthon zu sein, mit der engsten genetischen Verbindung zu benachbarten nahöstlichen Bevölkerungen. Heraclides und Kollegen (PLOS ONE, 2017) verglichen eine neue zyperngriechische Stichprobe mit eben diesem veröffentlichten Datensatz von 380 zyperntürkischen Haplotypen und berichteten, dass Zyperngriechen und Zyperntürken in erster Linie eine gemeinsame vorosmanische väterliche Abstammung teilen, wobei die Zyperntürken wegen östlich-eurasischer Haplogruppen, die die Autoren als möglicherweise osmanischen Ursprungs beschreiben, eine leichte Verschiebung hin zu türkischen Bevölkerungen zeigen.
Beide Arbeiten betreffen nur väterliche Linien, ohne mütterliche oder genomweite Daten. Die zyperntürkische Seite der zweiten Arbeit ist der Datensatz der ersten, die beiden sind also nicht unabhängig voneinander. Die Deutungen stammen von den Autoren selbst und werden von ihnen mit Vorbehalt formuliert, und keine der Arbeiten definiert, wer Zyperntürke ist. Diese Seite nennt keine Prozentzahlen.
Identität lässt sich nicht auf Genetik reduzieren. Die American Society of Human Genetics erklärt, die meiste menschliche genetische Variation verlaufe als Gradient, sodass sich klare Grenzen zwischen Bevölkerungsgruppen nicht genau bestimmen ließen. Das ist eine allgemeine Aussage, keine über Zyperntürken. Die öffentliche Verwendung solcher Ergebnisse in Zypern ist politisch, und sie sollten weder dazu benutzt werden, eine gemeinsame Identität zu behaupten, noch dazu, Unterschiede zu leugnen.
1 / 9

Aussehen und Stereotype
Es gibt kein einheitliches Aussehen, das jemanden als Zyperntürken kennzeichnet. Menschen in der Gemeinschaft unterscheiden sich wie Menschen überall in Körpergröße, Färbung, Haaren und Gesichtszügen, und die oben genannten Quellen zur Herkunft beschreiben mehr als eine Linie von Bewegung und Kontakt. Diese Seite enthält daher keine Porträts oder Stockfotos und beschreibt niemanden nach seinem Aussehen.
Die einzige in dieser Prüfung herangezogene Quelle, die sich zur Vorstellung fester Typen äußert, ist allgemeiner Natur: Die American Society of Human Genetics erklärt, menschliche Variation verlaufe überwiegend als Gradient, sodass sich Grenzen zwischen Gruppen nicht genau bestimmen ließen. Keine gefundene Quelle beschreibt ein zyperntürkisches Aussehen, und die Arbeiten zum Y-Chromosom untersuchen Marker der väterlichen Linie, nicht das Aussehen. Die Herkunft, den Namen oder die politische Haltung eines Menschen aus Aussehen oder Akzent zu erraten, ist unzuverlässig; das ist ein allgemeiner Höflichkeitshinweis von NORTHEA, kein Ergebnis aus einer Quelle.
1 / 2

Kıbrıs Türkçesi: was die Quellen zum Dialekt sagen
Das Zyperntürkische (Kıbrıs Türkçesi) ist das Türkisch, das die Zyperntürken sprechen. Die hier verwendeten Quellen behandeln es als Türkisch mit eigenen Lauten, eigener Intonation und eigenem Wortschatz, nicht als Fehler. Die Kulturseite führt in den Dialekt ein; dieser Abschnitt ergänzt Laute, Prosodie, regionale Grenzen und Kontaktwörter, und die Karten unten führen weitere Beispiele auf, die die Kulturseite nicht enthält.
Zu den Lauten nennt Orhan Kabataş (2006) den Wandel von auslautendem k zu g das am weitesten verbreitete Lautmerkmal des Zyperntürkischen, stellt fest, dass die Stimmhaftigkeit von ç, k und t je nach Bezirk unterschiedlich ist, ohne diese zu benennen, und beschreibt, dass ğ zu v wird, dass doppelte Konsonanten vorkommen, die auf Betonung zurückgehen können, und dass in Lehnwörtern vor anlautenden Konsonantengruppen ein Vokal vorangestellt wird. Nurettin Demir beschreibt die Kürzung langer Vokale in arabischen und persischen Lehnwörtern, und Mustafa Argunşah (2001) berichtet dieselbe Kürzung, die seiner Aussage nach nicht allein durch griechischen Einfluss erklärt wird.
Zur Prosodie beschreibt Demir Fragen, die durch Betonung der letzten Silbe markiert werden, und stellt fest, dass die Fragepartikel weit seltener verwendet wird als im Standardtürkischen. Die Ursache ist umstritten: Kabataş führt das Muster auf griechischen Einfluss zurück, Argunşah sagt, es komme auch in anatolischen Dialekten und im Standardtürkischen vor und sei somit nicht auf Zypern beschränkt, und Demir sagt, die zyprische Betonung unterscheide sich und bedürfe experimenteller Arbeit. Eine akustische Studie von 2023 (Payne und Kollegen) mit vier jungen Sprechern aus Nikosia fand, dass zwei eine griechisch anmutende Fragemelodie und zwei eine türkisch anmutende Melodie verwendeten; die beiden mit der türkisch anmutenden Melodie hatten kürzlich in der Türkiye studiert, und die Partikel war bei dieser Melodie fakultativ und wurde bei der griechisch anmutenden nie verwendet. Die Autoren nennen die Ergebnisse vorläufig.
Zur regionalen Variation sagt Kabataş, es sei falsch, Zypern als Gebiet mit einem einzigen „Kıbrıs ağzı“ zu behandeln: Er beschreibt eine Gruppe von Dialekten, deren Unterschiede er als nicht sehr groß bezeichnet, und sagt, die regionalen Unterschiede glichen sich seit 1974 langsam an, was er als Tendenz und nicht als abgeschlossenen Prozess darstellt. Demir bindet einige Merkmale an benannte Orte: ein vorderes l in Karpaz, f zu h in Karpaz, ein zusätzliches z im Gebiet von Gazimağusa und eine Pluralbedeutung von -lIk in Teilen von Akdoğan und Akıncılar bei Sprechern aus dem Gebiet von Baf. Er sagt, diese stünden nicht für alle zyprischen Dialekte, und in Dörfern mit vielen Zugezogenen nach 1974 habe der örtliche Dialekt weniger Einfluss. Argunşah hebt die Assimilation zwischen Wörtern mit hinteren Vokalen in der Sprache von Lefkoşa hervor. Die Quellen sind uneins darüber, wo f > h zu hören ist (Karpaz laut Demir, Baf laut Betmezoğlu), und keine für diese Seite geöffnete Quelle beschreibt speziell die Sprache von Girne oder Güzelyurt. Kabataş fügt hinzu, das Derleme Sözlüğü verzeichne viele Wörter aus Baf, Limasol und Köfünye, heute im Süden, die ältere Sprecher, die in den Norden gezogen sind, bewahrt haben.
Zu den Kontaktwörtern geben die Karten die jeweils von der Quelle selbst genannte Herkunft an. Pehlivan und Chirli (2011) sammeln italienische Wörter, Erciyas (2021) Wörter aus dem Italienischen einschließlich des Venezianischen, dem Englischen und dem Französischen, und Kabataş und Betmezoğlu Wörter aus dem Griechischen, Italienischen und Englischen. Pehlivan und Chirli sagen, manche Einträge hielten sich vor allem bei älteren Sprechern, und Kabataş sagt, eine Liste griechischer Wörter sei überwiegend von Zyperntürken in Anatolien gelernt und mitgebracht worden, sodass sie auch in anatolischen Dialekten verwendet werden. Peler (2020) stellt fest, dass aus dem Griechischen übernommene Suffixe nur in festen Wörtern vorkommen und nicht produktiv sind. Keine Quelle beziffert, wie viele Sprecher einen Eintrag heute verwenden; die Wörter sind daher Beispiele und keine Behauptung, dass alle sie sagen.
Hinweise zur Aussprache fehlen absichtlich. Keine der geöffneten Quellen gibt IPA für bestimmte zyperntürkische Wörter an, und es wurde keine Audioaufnahme von Muttersprachlern mit nutzbarer Lizenz gefunden; diese Seite bietet daher weder IPA noch Audio. Die Schreibweisen folgen der jeweils eigenen türkischen Orthografie der Quelle, einschließlich Demirs ñ und Glottisverschluss-Zeichen und Kabataş' ŋ.
1 / 18

Menschen begegnen: Umgangsformen und sprachliche Sensibilität
Die für diese Seite geprüften Quellen enthalten keinen Benimmleitfaden für Besucher oder Einwohner. Was folgt, ist allgemeine Höflichkeit von NORTHEA und keine Aussage über alle Zyperntürken; wo eine Quelle einen Punkt stützt, nennt die Karte sie.
Zur Sprache: Behandeln Sie den Dialekt als Varietät mit langer Geschichte und nicht als fehlerhaftes Türkisch; Kabataş führt einige örtliche Wörter auf das Alttürkische zurück. Nachzufragen, was ein Wort bedeutet, ist eine höfliche Art, Interesse zu zeigen. Einwohner sprechen möglicherweise auch Standardtürkisch, Englisch oder andere Sprachen, und die Quellen sagen nicht, wer was spricht; vermeiden Sie daher Annahmen über den Hintergrund eines Menschen aufgrund seines Akzents.
Zu den Begriffen: Institutionen benennen den Ort und die Menschen unterschiedlich (siehe den ersten Abschnitt), und die beiden Seiten beschreiben 1963, 1974 und 1983 unterschiedlich. Als Gast ist es höflich, Menschen ihre eigenen Worte benutzen zu lassen und politische Argumente nicht zu forcieren, es sei denn, man wird dazu eingeladen. Zur Religion: Die Definition von 1960 zählte kulturelle Traditionen und Muttersprache ebenso wie den muslimischen Glauben, setzen Sie daher die Religionsausübung eines Menschen nicht voraus. Siehe Religion und Gotteshäuser zu Stätten und Praxis.
1 / 4

Museen, Archive und Oral History
Die Website der Abteilung für Altertümer und Museen der TRNZ ließ sich bei dieser Prüfung nicht öffnen, ebenso wenig eine Nachricht von 2017 über die Wiedereröffnung des Ethnografischen Museums im Derviş-Paşa-Herrenhaus. Diese Seite nennt daher keine Öffnungszeiten, Eintrittspreise oder den aktuellen Status von Museen; bitte beim jeweiligen Museum nachfragen. Die Museen, die die Abteilung aufführt, werden auf der Kulturseite beschrieben, die gesondert geprüft wurde.
Die Links unten wurden geöffnet und sind funktionierende Adressen, ihre Zugangsregeln sind aber meist nicht angegeben; bitte vor einem Besuch klären. Mehrere stammen von bikommunalen Institutionen oder Institutionen der Republik Zypern, was nützlich ist, um mehr als eine Darstellung derselben Jahre zu sehen; keine von ihnen ist eine amtliche Seite der TRNZ.
1 / 8
Praktische Hinweise
- Methode: Jede Aussage ist an eine genannte Quelle gebunden, die am 31. Oktober 2026 geöffnet wurde, und Zitate werden kurz gehalten. Wortlaut von UN, EU und Gerichten wird diesen Stellen zugeordnet, die Position jeder Partei dieser Partei. Die Länderstudie der Library of Congress stammt von 1991 und wird daher nur für Daten und Struktur verwendet. Einige UN-Texte wurden von Spiegelseiten oder aus Zusammenstellungen gelesen.
- NORTHEA erteilt keine Rechtsgutachten; wir koordinieren eine unabhängige Rechtsprüfung und stellen Due-Diligence-Unterlagen zusammen.
- Rechtliche Prüfung: von einem bei der KKTC-Anwaltskammer eingetragenen Anwalt geprüft.
- Korrekturen: Schreiben Sie NORTHEA über die Kontaktseite.
- Mangels einer überprüften Quelle weggelassen: Zahlen zu Siedlern, Angaben zu Mischehen und Diaspora, DNA-Prozentzahlen, IPA und Audio, Öffnungszeiten und Eintrittspreise von Museen sowie die amtliche Website der Abteilung für Altertümer und Museen der TRNZ. Primärtexte der EU auf EUR-Lex (Protokoll 10 und Verordnung 866/2004) konnten nicht abgerufen werden; die Position der EU wird daher aus Seiten der Europäischen Kommission zitiert.
- Dialektwörter sind Beispiele aus genannten Studien und keine Behauptung, dass alle Zyperntürken sie verwenden. Die Schreibweisen unterscheiden sich zwischen den Quellen und folgen der jeweils eigenen Orthografie der Quelle.
Häufig gestellte Fragen
Wer sind die Zyperntürken?
Die Zyperntürken (Kıbrıs Türkleri) sind die türkischsprachige Gemeinschaft Zyperns. Die Verfassung von 1960 definierte ihre Mitglieder über türkische Herkunft und Muttersprache, türkische kulturelle Traditionen oder muslimischen Glauben. Individuelle Identitäten und Familiengeschichten sind unterschiedlich, und der Begriff ist kein Abstammungstest.
Woher stammen die Zyperntürken?
Historiker wie Halil İnalcık und Ronald Jennings beschreiben Ansiedlung und Zwangsmigration aus Anatolien nach 1571, und Jennings beschreibt zudem die Konversion einheimischer Christen. Der Linguist G. Y. Peler argumentiert, Dialektmerkmale deuteten auf eine komplexere Herkunft. Keine hier verwendete Quelle nennt eine Zahl der Siedler.
Ist „Zyperntürke“ eine Ethnizität, eine Staatsbürgerschaft oder eine Nationalität?
Es ist vor allem eine Bezeichnung für Gemeinschaft oder Ethnizität. Die Staatsbürgerschaft ist davon getrennt: Die Europäische Kommission erklärt, alle Zyprer hätten grundsätzlich Anspruch auf die Staatsbürgerschaft der Republik Zypern und damit auf die Unionsbürgerschaft, vorbehaltlich des Rechts dieser Republik. Nationalität wird unterschiedlich verwendet; fragen Sie daher nach, was jemand meint.
Was sagen DNA-Studien zur Abstammung der Zyperntürken?
Zwei Arbeiten von 2017 untersuchen nur väterliche Linien (Y-Chromosom) und verwenden einen gemeinsamen Datensatz von 380 Männern. Gurkan und Kollegen deuten die Linien als autochthon und den nahöstlichen Bevölkerungen am nächsten; Heraclides und Kollegen berichten von überwiegend gemeinsamer vorosmanischer väterlicher Abstammung mit den Zyperngriechen sowie einer leichten Verschiebung hin zu türkischen Bevölkerungen. Keine der Arbeiten definiert, wer Zyperntürke ist.
Gibt es ein zyperntürkisches Aussehen?
Nein. Die American Society of Human Genetics erklärt, die meiste menschliche genetische Variation verlaufe als Gradient, sodass sich klare Grenzen zwischen Gruppen nicht genau bestimmen ließen, und keine geprüfte Quelle beschreibt ein zyperntürkisches Aussehen. Diese Seite verwendet daher keine Porträts.
Wie unterscheidet sich das Zyperntürkische vom Türkisch der Türkiye?
Die Quellen beschreiben Unterschiede bei Lauten (zum Beispiel stimmhaftes auslautendes k und t, wie in dörd), bei der Frageintonation, in Teilen der Grammatik und im Wortschatz, der Lehnwörter aus dem Griechischen, Italienischen und Englischen enthält. Kabataş führt einige örtliche Wörter auf das Alttürkische zurück und behandelt den Dialekt als Varietät, die mit älterem Türkisch zu vergleichen ist, nicht als Fehler.
Gibt es einen einzigen zyperntürkischen Akzent?
Nein. Kabataş nennt die einzelne Bezeichnung „Kıbrıs ağzı“ ungenau und beschreibt eine Gruppe von Dialekten, deren Unterschiede er als nicht sehr groß bezeichnet. Merkmale werden an benannte Gebiete wie Karpaz, Gazimağusa und Baf gebunden, und er sagt, die regionalen Unterschiede glichen sich seit 1974 langsam an.
Welche zyperntürkischen Wörter stammen aus dem Griechischen, Italienischen oder Englischen?
Beispiele aus den Quellen: ispirto (Streichhölzer) aus dem Griechischen, bomilarga (Tomate) und siketto (einfacher Kaffee) aus dem Italienischen sowie isviç (Schalter) aus dem Englischen. Pehlivan und Chirli sagen, manche solcher Einträge hielten sich vor allem bei älteren Sprechern, und die Karten dieser Seite geben jeweils die von der Quelle genannte Herkunft an.
Was hat die UN zu 1974 und 1983 gesagt?
1974 forderte der Sicherheitsrat ein sofortiges Ende der ausländischen Militärintervention in der Republik Zypern (Resolution 353). 1983 hielt er die Erklärung der TRNZ für rechtlich ungültig (541), und 1984 rief er die Staaten auf, den angeblichen Staat („purported State“) nicht anzuerkennen (550). Die Türkiye und die TRNZ lehnen diese Resolutionen ab und bezeichnen 1974 als Friedensoperation.
Wo finde ich Archive oder Oral History?
Bei dieser Prüfung geöffnete Ressourcen sind das Cyprus Critical History Archive (Zeitungen zu 1955–1964), das von der EMU-Bibliothek geführte Archiv zyperntürkischer Zeitungen, das Oral History Archive der Frederick University sowie die bikommunalen AHDR und das PRIO Cyprus Centre. Die Zugangsbedingungen sind unterschiedlich; bitte vor einem Besuch klären.
Quellen
- Library of Congress: Zypern, eine Länderstudie: Ethnische Zusammensetzung
- Library of Congress: Zypern, eine Länderstudie: Bevölkerung
- Library of Congress: Zypern, eine Länderstudie: Osmanische Herrschaft
- Library of Congress: Zypern, eine Länderstudie: Britische Herrschaft
- Library of Congress: Zypern, eine Länderstudie: Britische Annexion
- Library of Congress: Zypern, eine Länderstudie: Die Republik Zypern
- Library of Congress: Zypern, eine Länderstudie: Gewalt zwischen den Volksgruppen
- Library of Congress: Zypern, eine Länderstudie: Die Ereignisse von 1974
- Library of Congress: Zypern, eine Länderstudie: Entwicklungen seit 1974
- Verfassung der Republik Zypern, 1960 (englischer Text, Artikel 2 und 3)
- Britischer Cyprus Act 1960 (legislation.gov.uk)
- Halil İnalcık: A Note on the Population of Cyprus (DergiPark)
- Ronald C. Jennings: Christians and Muslims in Ottoman Cyprus and the Mediterranean World, 1571-1640 (Project MUSE)
- G. Y. Peler: Kıbrıs Türklerinin dillik ataları (Zusammenfassung des Beitrags, 2019)
- Mete Hatay: Beyond Numbers (PRIO Cyprus Centre, 2005)
- Mustafa Cirakli: Identity, immigration and citizenship in northern Cyprus (Lancaster University, 2016)
- BRTK: Bevölkerungszahlen der TRNZ veröffentlicht
- Gurkan et al. (2017): Väterliche Linien der Zyperntürken (PubMed)
- Heraclides et al. (2017): Y-chromosomale Analyse der Zyperngriechen (PubMed)
- Heraclides et al. (2017), PLOS ONE, Methoden
- American Society of Human Genetics (2018), Stellungnahme, Am J Hum Genet
- Presse- und Informationsamt der TRNZ: Geschichte
- Presse- und Informationsamt der TRNZ: Nachrichten (Jahrestag des 15. November 1983)
- UN-Dokument S/2025/232 (Schreiben im Anhang, vom Vertreter der TRNZ)
- Presse- und Informationsamt der Republik Zypern: Die Zypernfrage, eine kurze Einführung
- BRTK: Außenministerium sagt, die Intervention der Türkiye habe Zypern Frieden gebracht
- UN Peacekeeping: Seite zur Mission UNFICYP
- Resolution 353 (1974) des UN-Sicherheitsrats
- Resolution 541 (1983) des UN-Sicherheitsrats
- Resolution 550 (1984) des UN-Sicherheitsrats
- Cyprus Mail: Keeping hope alive, two decades of crossings
- Al Jazeera: Breaking down the wall (26. April 2003)
- Europäische Kommission: Grüne-Linie-Verordnung
- Vertretung der Europäischen Kommission in Zypern: Zyperntürkische Gemeinschaft
- Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte: Loizidou gegen Türkei (Hauptsache, 1996)
- Zaim Necatigil: The Loizidou Case, a Critical Examination (1999)
- Nurettin Demir: Kıbrıs Ağızları Üzerine Notlar
- Orhan Kabataş: Kıbrıs Türkçesinin Ses Bilgisi Özellikleri (Belleten, 2006)
- Mustafa Argunşah: Kıbrıs Türk Ağzında Ünlü Değişmeleri (2001)
- Payne et al.: Prosody in Contact, Polar Questions in Cypriot Varieties of Greek and Turkish (ICPhS 2023)
- Meryem Betmezoğlu: Kıbrıs Türk Ağızlarında Ünlülerle Başlayan Sözlükbirimler (EMU-Abschlussarbeit, 2014)
- Osman Erciyas: Kıbrıs Türk Ağzında Yerlileşen Batı Kökenli Sözcükler (2021)
- Pehlivan und Chirli: Kıbrıs Türk Ağzında İtalyanca Sözcükler (2011)
- G. Y. Peler: Kıbrıs Ağızlarında Kullanılan Birtakım Alışılmadık Ekler ve Türemiş Kelimeler (2020)
- Cyprus Critical History Archive: Über uns
- EMU Özay Oral Library: Geschichte
- Near East University: Grand Library
- Frederick University: Oral History Archive, Methodik
- Association for Historical Dialogue and Research
- PRIO Cyprus Centre
- Cyprus Mail: Cultural heritage preservation promotes unity, says UNDP
- Kültür Envanteri: Lefkoşa Mevlevihanesi
Fragen zu Nordzypern?
Schreiben Sie an NORTHEA für ein persönliches Gespräch über Regionen, Hotels oder Immobilien.